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Den Geist auf Trab halten

Spezial

Spielen bietet für ältere Menschen große Vorteile

Spezial 14.09.2021
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Im Alter nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit sein: Das wünschen sich viele. Helfen können Spiele. Wer dabei nur an Kartenspiele oder Mensch ärger dich nicht denkt, dem entgeht eine gewaltige Bandbreite. Hinzu kommen noch Computer- und Videospiele, die sich auch an ältere Generationen richten.

Spiele sind auf vielfältige Weise gut für den Menschen. Nicht nur halten sie mental fit. Sie helfen außerdem die mentale Ausdauer und Konzentration zu schulen. Je nach Art des Spiels können ebenfalls motorische, mathematische, logische und strategische Fähigkeiten trainiert werden.

Hinzu kommt der soziale Faktor. Schließlich kann man hierbei die Zeit wunderbar aktiv mit seiner Familie sowie Freunden oder neuen Bekanntschaften verbringen. Dabei geht es weniger um das Gewinnen, sondern um den Spaß.

Wer sich besonders – aber nicht nur – im Rentenalter geistig fordert, hat ein geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken. Dass Spiele hierbei eine großartige Hilfe sein können, hat etwa die FINGER-Studie (Finnish Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability) wissenschaftlich belegen können. Laut dieser sind soziale und kognitive Aktivitäten wichtiger Faktor. Regelmäßige Bewegung sowie eine gesunde Ernährung zählen ebenfalls zu den präventiven Maßnahmen zur Verhinderung von Demenz.

Für jeden zugänglich

Um seine geistige Fitness zu stärken, sollte man jedoch nicht bis zum Eintritt ins Rentenalter warten, auch wenn dies besonders ab da an wichtig ist. Besonders Brettspiele bieten sich in jedem Alter und Generationenübergreifend an, zu spielen. Allerdings sollte man bei der Wahl der Spiele das Alter der Teilnehmer berücksichtigen. Einige eignen sich wegen ihres Materials besonders gut für Senioren. So sind etwa die Spielfiguren besonders gut greifbar oder die Schrift auf den Karten oder dem Spielfeld sind besonders groß.

Damit die Senioren aber auch Spaß am Spiel finden und es nicht bei der einen Runde bleibt, sollte man auf die Vorlieben und Affinitäten achten. Immerhin gibt es sehr unterschiedliche Spiele, die andere Mechaniken sowie Spielmaterial haben (Würfel, Spielfiguren, Karten) und andere Kompetenzen fordern (Geschick, strategisches Denken, Logik, Reaktionszeit, Wissen).

Sprachliebhaber haben womöglich mehr Freude an Spielen rund um Redewendungen als an Strategiespielen. Auch um an Schwächen zu arbeiten, können Spiele genutzt werden. Vorausgesetzt der Spaß bleibt nicht auf der Strecke. So gelten Brettspiele als besonders gut, um das logische Denken zu fördern. Kartenspiele, die besonders bei Senioren beliebt sind verbessern unter anderem die rechnerischen Fähigkeiten, das strategische Denken, die Merkfähigkeit und Ihre Fingerfertigkeit. Würfelspiele sind aufgrund ihrer oft einfachen Regeln schnell zu erlernen, wodurch die Hürde für Neueinsteiger gering ist.

Es gibt auch einige Spiele, die speziell für Senioren konzipiert sind. Da wäre etwa Vertellekes, ein Spiel ohne Gewinner und Verlierer. Hierbei nutzten alle Spielteilnehmer die gleiche Spielfigur. Es werden unter anderem Fragen zur eigenen Biografie beantwortet, Rätsel gelöst sowie Dinge pantomimisch dargestellt. Das Spiel soll die Teilnehmer dazu anregen miteinander ins Gespräch zu kommen, Erinnerungen wachgerufen und einfach Spaß machen. Erinnere Dich ist eine Art Memory für Senioren mit Demenz. Das Sammeln von Bildpaaren ist nur ein Ziel des Spiels. Wichtiger ist es, dass die Karten die Spielenden zum Erinnern und Kommunizieren anregen. Bei Waldspaziergang stehen Rätselraten, das Erzählen von kleinen Geschichten und das Singen von Liedern im Mittelpunkt. Ausgelöst werden die Aufgaben durch Tierkarten. Je nachdem, welches Tier auf der Spielkarte abgebildet ist, wird gemeinsam gesungen, ein Rätsel gelöst, sich zusammen bewegt oder eine Geschichte erzählt.

Digitales Vergnügen


Auch Geräte wie Virtual Reality-Brillen (VR-Brillen) können von älteren Menschen genutzt werden, um die grauen Zellen zu stimulieren und gleichzeitig Spaß zu haben.

In den letzten Jahren wurde immer wieder über das Spielen von Computer- und Videospielen im Alter gesprochen. Immerhin können diese ebenfalls dabei helfen, das Gehirn auf Trab zu halten. Laut Neurowissenschaftlern hänge dies damit zusammen, dass bis ins hohe Alter Nervenzellen im Hippocampus nachwachsen, wenn das Gehirn durch neue Reize stimuliert wird.

„Das Interessante am Hippocampus ist, dass die Neubildung von Zellen in Abhängigkeit von der Aktivität des Hippocampus stattfindet. Also irgendwie gibt es einen Mechanismus, der den Funktionszustand dieser Gehirnregion spürt, auf die Stammzelle wirkt und ihr sagt: 'Teile dich, es werden neue Nervenzellen gebraucht'“, erklärt Professor Gerd Kempermann, Neurowissenschaftler vom Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) gegenüber dem Wissenschaftsmagazin W wie Wissen. Der positive Effekt von Computer- und Videospielen konnte mir kognitiven Tests und Kernspin-Untersuchungen des Gehirns bewiesen werden. Demnach eigneten sie sich gut als Herausforderung für Senioren und könnten zumindest im Gehirn die Folgen eines Bewegungsmangels kompensieren. Da man sich beim Spielen durch einen virtuellen Raum bewegt, entwickelt sich eine dreidimensionale Vorstellung. Für ihr Gehirn ist es also egal, ob man mit echten oder virtuellen Bewegungen trainiert. So oder so wachse der Hippocampus und damit auch die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses.

Es gibt aber auch einige Spiele bzw. Konsolen und Geräte, die älteren Menschen dazu animieren sich zu bewegen. So fand etwa die Nintendo-Konsole Wii vor einigen Jahren ihren Weg in einige Altersheime. Denn Spiele für die Wii funktionieren oft per Bewegungssteuerung. Beliebt waren etwa Wii Sports oder auch Wii Fit Plus. Die Switch, Nintendos aktuelle Konsole hat etwa mit Ring Fit Adventure ein weiteres Spiel auf den Markt gebracht, das Jung und Alt zum Bewegen animieren und fit halten soll. Ähnliche Geräte, die etwa per Kamera die Bewegungen erkennen und umsetzen, wurden auch extra für Senioren entwickelt. Dazu zählt etwa die memore-Box. Aber auch neue Technologien bzw. Geräte wie Virtual Reality-Brillen (VR-Brillen) können von älteren Menschen genutzt werden, um die grauen Zellen zu stimulieren und gleichzeitig Spaß zu haben.

Zu den Spielen, die gezielt für Senioren entwickelt wurden gehören auch sogenannte Serious Games, also Spiele, deren primäre Funktion nicht die Unterhaltung ist, sondern etwa Information und Bildung vermitteln, oder eben zur geistigen Fitness betragen.

Vernetztes Vergnügen



Aber auch am PC kann man als Mensch jenseits der 50 Spaß haben und dabei seine grauen Zellen anstrengen. Hier werden immer wieder Simulatoren hervorgehoben. Etwa die Landwirtschafts-Simulator-Reihe oder auch der Microsoft Flight Simulator werden oft genannt. Je nach Vorliebe und Anspruch sind auber auch die Anno-Reihe, Citys Skyline oder Die Sims interessant. Aber auch Shooter wie Counter-Strike: Global Offensive, bei dem genaues Zielen, taktisches Vorgehen und Teamwork essenziell sind, finden bei älteren Generationen Anklang. Einige nehmen sogar kompetitiv an Turnieren Teil.

Ähnliches gilt für Online-Rollenspiele wie der Klassiker World of Warcraft. Bei solchen Spielen kommt der Faktor Gemeinschaft hinzu, da man diese für gewöhnlich mit anderen zusammenspielt. So können Familienmitglieder, die örtlich getrennt sind, trotzdem miteinander und interaktiv Zeit verbringen sowie Spaß haben. Besonders in Pandemie-Zeiten sehr wertvoll.

Dass die Zahl an Menschen der Altersgruppe 50+, die Computer- und Videospiele spielen, nicht zu vernachlässigen ist, macht etwa der Verband der deutschen Games-Branche (game) deutlich. „Entgegen der landläufigen Meinung stellen aber nicht die Kinder und Jugendlichen die größte Gruppe an Spielern in Deutschland. Mit einem Anteil von 25 Prozent sind stattdessen die Silver Gamer die größte Nutzergruppe von digitalen Spielen“, erklärt game-Geschäftsführer Felix Falk. Dies seien rund neun Millionen Menschen alleine in Deutschland. In anderen Ländern kann man ähnliche Entwicklungen erkennen.

Wer also auch noch in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren geistig fit sein möchte, der sollte hin und wieder mit anderen Brettspiele spielen sowie PC oder Konsole einschalten bzw. zum Smartphone oder Tablet greifen und eine runde spielen. Viel Spaß! Jeff Karier