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Verliebt, verlobt, verheiratet

Spezial
Auch wenn der Ort des Antrags überlegt sein soll, viel wichtiger ist das Überraschungsmoment. (FOTOS: SHUTTERSTOCK)
Spezial 08.02.2019
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Verliebt, verlobt, verheiratet

Wie man sie fragt. Spannende Heiratsanträge aus Luxemburg

von Inna Ganschow

Der Verlobungsring kann gestohlen werden, verloren gehen oder man gibt ihn irgendwann an die Enkel ab, der Heiratsantrag bleibt für immer und ewig eine der schönsten Lebenserinnerungen.

Nur der Partner bzw. die Partnerin weiß, was als Heiratsantrag passt und was nicht. Gehört man zur Generation der Digital natives, dann darf man den Status in den sozialen Netzwerken auf „verlobt“ wechseln und eine Kalendereinladung zu einem Event namens „Verlobung“ schicken, mit der lakonischen Bitte um Akzeptieren oder Ablehnen. Man kann auch die Laptopkamera laufen lassen, um die Reaktion des geliebten Menschen zu filmen. Wahrscheinlich wird es auch keinen Unterschied machen, wer wem den Antrag macht – die jüngste Generation grinst mittlerweile über die traditionellen Geschlechterrollen.

Aber auch, wenn man sich über Tin der kennengelernt hat und Facebook für den nächsten Schritt nutzt, eine der wichtigsten Bedingungen für einen gelungenen Heiratsantrag ist die Überraschung. „Ich habe den Vater meiner Frau damals ganz offiziell um die Hand seiner Tochter gebeten“, erzählt Gregor aus Strassen, 49. „Ich wusste allerdings nicht, dass er ihr das sofort verraten würde. Als ich, nachdem ich alles für den Heiratsantrag arrangierte hatte, einen Monat später auch sie fragte, sagte sie: ,Nicht jetzt!‘ und lief weg. Anscheinend hat sie sich vier Wochen lang besonders hübsch gemacht, alles vorbereitet – bis sie es doch aufgegeben hatte. Sie kam dann in einem schönen Kleid wieder raus und ich durfte noch mal fragen. Wir haben nachher sehr darüber gelacht.“

Überraschung

„Mein Mann hat mich zwei Tage vor dem Valentinstag gefragt und damit total überrascht“, – berichtet die Ukrainerin Anna aus Cents, 35. „Ich habe mit dem 14. Februar gerechnet und wollte ihm erst mal aus Spaß nein sagen. Aber es kam unerwartet: Mitten in der Stadt setzten wir uns auf eine Bank, und zwischen all den schlendernden Touristen holte er eine Schachtel heraus, in der noch weitere Kisten und Boxen waren, bis ich die letzte mit dem Ring aufmachte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn die Frage überhaupt habe stellen lassen, als ich ,Ja!‘ schrie,“ erinnert sich Anna heute mit Schmunzeln. Ihr Mann Jean-Paul, 39, zeigt die Fotos von diesem Augenblick – er hatte einen Freund gebeten, sich unter die Touristen zu mischen und heimlich die Fotos vom Heiratsantrag zu schießen.



Fotos für die Ewigkeit

In der Tat gehören Fotos von diesem Augenblick genauso dazu wie die Überraschung. Wenn sich kein Fotograf oder Freund arrangieren lässt, kann man einen Passanten bitten, ein Foto zu machen und dann plötzlich auf die Knie gehen und um die Hand anhalten. Die Mitarbeiter von Ihrem Lieblingsrestaurant lassen sich gerne einspannen und werden die Blumen in der Küche aufbewahren, „Ihren“ Song spielen und im richtigen Augenblick die Fotos machen. Sie werden Ihnen hoffentlich auch ausreden, den Ring im Essen oder in Getränken zu verstecken.

Für die introvertierten Paare, die es lieber nicht ganz so öffentlich haben wollen, ist die Fotokabine ein Geheimtipp. Während des Fotoshootings kann man den Ring rausholen und die Frage stellen. In allen Fällen sollen die Situation und die Atmosphäre entspannt sein, mit keinem Nachgeschmack eines rezenten Streits und wenn es geht – feierlich. Dann ist auch gesichert, dass die Nägel gemacht sind und das Outfit passt. Das Foto mit dem stolz präsentierten Ring geht ja ins Familienfotoalbum – und womöglich noch in alle Sozialnetzwerke.

Symbol fürs Leben

Der Ring. Der Preis ist für eine schöne Verlobung nicht ausschlaggebend, jedoch sollte der Ring passen, um den Moment nicht zu verderben. Messen Sie den Durchmesser eines der Lieblingsringe des(r) Partner(in) aus und beachten Sie, dass die Finger im Sommer und abends etwas dicker sind als im Winter und morgens. „Den Ring aus einer Kamille von unserem Picknick im Park habe ich immer noch“, sagt Noémie aus Contern, 26. In die Augen schauen, mit vollem Namen ansprechen, kurz auf die schönsten gemeinsamen Augenblicke eingehen, in der Muttersprache des(r) Partner(in) die Frage stellen, ob er/sie bereit ist, bis ans Lebensende zusammenzubleiben – das sorgt für einen unvergesslichen Moment, nicht die Größe des Steins. Und was noch gilt: Omas (Opas) Ring zu nehmen ist immer noch ein Klassiker, aber vor dem Antrag FreundInnen den neuen Ring aussuchen und anprobieren zu lassen – auf gar keinen Fall. Um das Recht, diese Nachricht als Erste(r) zu verbreiten, sollte man keine(n) bringen.

Und zu guter Letzt: Seien sie entschieden. Fragen Sie direkt: „Willst Du mein(e) Frau (Mann) werden?“ Vermeiden Sie „Könntest Du Dir vorstellen? ...“ sowie „Auch wenn alle (meine Mutter, meine Ex) damit nicht einverstanden sind ...“. Man sollte auch auf eine alternative Antwort gefasst sein. So antwortete Christine aus Belair, 37, auf den Heiratsantrag: „Wir sind ja schon längst eine Familie. Wozu sollen wir heiraten?“