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Profi-Tipp für Zimmerpflanzen

Sie sollten zum Frühlingsbeginn zurückgeschnitten werden

Für den Rückschnitt von Zimmerpflanzen braucht man unbedingt ein scharfes Werkzeug. Daher ist eine Gartenschere meist besser als eine Haushaltsschere. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn

Auch wenn es erst mal ein Verlust ist: Ein Rückschnitt tut vielen Zimmerpflanzen gut. Sie wachsen dann sogar besser. Nun, im Frühling, ist ein guter Zeitpunkt dafür. Zwei Pflanzenexperten geben Tipps.

Der Frühling ist da, die Tage werden länger und heller. Nicht nur die Menschen atmen auf. Auch Zimmerpflanzen strecken ihre Blätter der Sonne entgegen. Aber oft sind sie sich dabei selbst im Weg. Ist das Laub zu dicht, verschattet es die Pflanze und sie bekommt nicht genug Licht? Dann ist genau jetzt Zeit für einen Rückschnitt. 

Warum brauchen Zimmerpflanzen ab und zu einen Rückschnitt?
„Er dient der Pflanzengesundheit“, sagt Andreas Höfer vom Vorstand des deutschen Bundesverbands der Einzelhandelsgärtner. „Sie werden einfach kräftiger, wenn sie immer mal gestutzt werden.“ Denn durch den Schnitt werden sie animiert, neu auszutreiben. Allerdings sollen Zimmerpflanzen meist nicht unbegrenzt wachsen. Denn in der Wohnung haben sie in der Regel wenig Platz, sich auszubreiten. Bilden sie also ständig neue Triebe, werden größer und breiter, dann müssen sie wieder in Form gebracht werden, sagt Höfer.

Zugleich haben alle Zimmerpflanzen – ob sie nun im Haus Platz haben oder nicht – auf jeden Fall wenig Raum für das Ausbreiten ihrer Wurzeln. Und wächst die Pflanze oben üppig, wollen auch die Wurzeln mithalten. Daher braucht es einen regelmäßigen Rückschnitt, um das richtige Verhältnis zwischen Krone und Wurzeln wieder herzustellen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Schneiden?
Robuste Zimmerpflanzen können jederzeit geschnitten werden. Aber für die meisten Arten sind Frühjahr und Sommer ideal, da dann die Vegetationsperiode beginnt oder in vollem Gange ist. Licht und Wärme machen es den Pflanzen leichter, die durch den Rückschnitt entstandenen Wunden zu heilen.

Und sie treiben in der Folge kompakter aus. „Anders als beim Zurückschneiden im Herbst, wo sie in der darauffolgenden dunklen Jahreszeit nur dünne schwache Triebe ausbilden, treiben sie in der lichtreichen Zeit kräftiger aus“, sagt Martin Breidbach, Gartenberater beim Verband Wohneigentum in Bonn.

Welche Pflanzen profitieren besonders von einem Rückschnitt?
„Alle Zimmerpflanzen, die viele Vegetationspunkte haben, zum Beispiel die Birkenfeige oder die Aralie, profitieren“, so Höfer. Wenn sie kräftig wachsen, viele Zweige bilden und schnell groß werden, können sie durchaus ein- bis zweimal im Jahr gestutzt werden. Rankenpflanzen können ebenfalls regelmäßig gekürzt werden. Besonders pflegeleicht beim Rückschnitt sind auch Drachenbaum, Philodendron, Yucca und Euphorbien.

Welches Grün darf nicht oder nur vorsichtig beschnitten werden?
Das sind Pflanzen, die nur einen Vegetationspunkt haben. Hier kann ein Rückschnitt schiefgehen, wenn dieser Punkt versehentlich herausgeschnitten wird.„Das ist zum Beispiel bei einer Palme der Fall, aus deren Stamm an einer Stelle die Palmwedel herauswachsen“, erklärt Andreas Höfer. „Hier können einzelne Wedel abgeschnitten werden. Ein kompletter Rückschnitt wäre aber ein heftiger Eingriff, bei dem die Pflanze auch eingehen könnte.“

 „Keinesfalls dürfen Orchideen zurückgeschnitten werden“, warnt Pflanzenberater Martin Breidbach. Von ihnen sollte man lediglich zur Pflege einzelne vergilbte Blätter und die vertrockneten Blütentriebe entfernen. Auch Einblatt, Glücksfeder sowie kleine runde Kakteen können nicht im ganzen zurückgeschnitten werden.

Messer oder Schere, was ist besser?
„Wichtig ist, die Pflanzen möglichst schonend zu beschneiden – mit einem glatten Schnitt. Eine normale Haushaltschere reicht hier nicht aus“, erklärt Martin Breidbach. Es empfehlen sich also scharfe Messer, gute Gartenscheren und bei stark verholzten Ästen auch mal eine Säge. Man sollte das Werkzeug in kochendem Wasser oder Alkohol desinfizieren, um Krankheitskeime abzutöten.

Wie gehe ich vor?
Grundsätzlich kann bei geeigneten Pflanzen jeder Trieb zurückgeschnitten werden. „Man schaut, wo eine Verzweigung ist und schneidet kurz oberhalb dieser Stelle ab“, so Höfer. Oder man schneidet kurz über „schlafenden Augen“, das sind Blattansätze an den Zweigen, aus denen später Triebe herauswachsen.

Geht die Pflanze kaputt, wenn zu viel abgeschnitten wird?
 „Solange die Wurzel vital ist, wird sich die Pflanze auch nach einem radikalen Rückschnitt erholen“, beruhigt Breidbach. „Durch den Rückschnitt wird die Pflanze sogar angeregt, wieder kräftig und kompakt auszutreiben. Ist sie aber zu schwach, kann sie kaputt gehen.“

Welche Pflege braucht sie nach dem Rückschnitt?
Beide Experten raten, die Zimmerpflanzen danach ganz normal weiter zu gießen und zu düngen. „Allerdings muss dabei beachtet werden, dass sie nun weniger Wasser und Dünger brauchen, weil nicht mehr so viel Laub vorhanden ist, das versorgt werden muss“, so Breidbach.

Kann ich die abgeschnittenen Zweige noch verwenden?
„Sie können sehr gut zur Vermehrung der Pflanze genutzt werden“, sagt Andreas Höfer. Einfach einige Zweige ins Wasser stellen, dann bilden sich oft bald Wurzeln. Dann diese Pflanze in einen Topf einpflanzen. „Der Vorteil: Man bekommt eine neue Pflanze, die genauso aussieht und die gleichen Eigenschaften hat wie die alte.“ dpa