
Diverse Aufdeckungen haben in den letzten Jahren zudem vermehrt für Furore gesorgt und dem Image solcher Luxusmarken erheblich geschadet. So ließ man etwa in Nordamerika Kojoten jagen und töten, um deren Pelz in den Edelmänteln zu verarbeiten. In den meisten Fällen wurden zudem Schlagfallen verwendet, denen nicht nur die gewünschte Beute, sondern viel zu oft sogar Hauskatzen oder Hunde zum Opfer fielen. Die Tiere mussten so mit einem schwer verletzten Bein oder Hinterlauf oft Stunden oder gar Tage ausharren, bis man sie endlich von ihrem Leid erlöste.
Auch die beliebten, kuschelig warmen Daunenfedern haben ihren Preis. So haben bereits unzählige Modehersteller, darunter auch Outdoor-Größen wie The North Face oder Patagonia, für Schlagzeilen gesorgt, weil sie Daunen aus Lebendrupf bezogen. Das bedeutet nicht nur, dass den Gänsen die Federn bei lebendigem Leib einfach herausgerissen wurden. Die Unternehmen unterstützten damit außerdem die Stopfmast – ein Vorgang bei dem den Tieren gewaltsam durch ein Rohr in der Speiseröhre Nahrung und Fett eingeflößt wird, damit sich ihre Leber vergrößert, welche anschließend als Delikatesse (Foie Gras) teuer verkauft wird.
Die Wende
Immerhin: Nach Drängen diverser NGOs, darunter Peta, verkündete Canada Goose im Sommer 2021: „Wir verpflichten uns zu einer Zukunft ohne Pelz. Wir werden (...) 2022 die Herstellung von Pelzprodukten einstellen.“ Im November 2021 wurde die Marke außerdem nach dem Responsible Down Standard (RDS) zertifiziert, das sicherstellen soll, dass Daunen und Federn von Tieren stammen, denen kein unnötiges Leid zugefügt wurde.
Allgemein ist seit geraumer Zeit ein Umdenken in der Modeindustrie zu verzeichnen. Denn auch unzählige weitere Labels sind auf den Zug des Tier- und Naturschutzes aufgesprungen. Immerhin ein Anfang, wenn auch noch nicht genug, wie es aus Kreisen der Tierschutzorganisationen heißt.
Und diese warnen den Konsumenten nun vor einer neuen Masche: Da die Kunden ein immer größer werdendes Bewusstsein für den Tierschutz entwickeln und Echtpelz immer mehr zum Tabu wird, wird dieser nicht selten als Kunstpelz gekennzeichnet – er ist in der Produktion deutlich günstiger als guter Fake Fur.
Wer sich nicht sicher ist, was er da gerade gekauft hat, der kann Echtpelz mit folgenden einfachen Tricks entlarven:
- Echtes Tierhaar hat am Schopf immer Leder, das man erkennen kann, wenn man die Haare auseinanderschiebt. Ist die Fläche hingegen gewebt, handelt es sich um Kunstpelz.
- Ist man sich immer noch nicht sicher, kann man ein paar Härchen abschneiden und sie anzünden. Riechen sie nach verbranntem Horn (wie bei Menschenhaar), handelt es sich um echten Pelz. Schmilzt es und riecht nach Plastik, hat man Kunstpelz erwischt.
Am besten entscheidet man sich aber komplett gegen Pelz – egal ob echt oder fake. Denn letzterer ist vielleicht tier-, dafür aber keinesfalls umweltfreundlicher. Nathalie Burg