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Wechselwetter und wilde Tiere

Emwelt & Gesondheet
Im Frühling geht das Wild wieder vermehrt auf Partner- und Nahrungssuche. (FOTO: SHUTTERSTOCK)
Emwelt & Gesondheet 25.02.2019
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Wechselwetter und wilde Tiere

Halten Sie unterwegs die Augen auf nach Frühlingsgefahren

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen, und schon ist das eine oder andere offene Cabrio zu sehen. Doch der Frühling ist kein zweiter Sommer. Gerade diese Jahreszeit hält für Auto- und Motorradfahrer einige Überraschungen bereit.

Wenn der Frühling beginnt, kann es nachts immer noch ziemlich kalt sein. Tagsüber herrscht oft schon T-Shirt-Wetter. Entsprechend vielfältig sind auch die Wetterrisiken für den Straßenverkehr. Vor allem die Sonne ist nicht zu unterschätzen. „Die besondere Gefahr im Frühjahr besteht darin, dass die Sonne jeweils zu den Spitzenzeiten des Berufsverkehrs auf- und untergeht“, sagt Meteorologe Meeno Schrader. „Sie steht sehr tief und kann vor allem dann blenden, wenn besonders viele Autos unterwegs sind.“ Ist dann zusätzlich noch die Windschutzscheibe schmutzig, drohe eine Art Blindflug, weil die Sicht durch die Streuung noch stärker eingeschränkt sei.

Grundsätzlich biete der Frühling wettermäßig fast alles, so Schrader. Nicht zuletzt durch den Klimawandel habe die Launenhaftigkeit des Wetters zugenommen. Graupel- oder Hagelschauer beispielsweise könnten binnen kürzester Zeit zu extremer Glätte führen. „Man kann diese Schauer bei Tageslicht sehen: Sie kommen als grau-weiße Wand auf einen zu. Dann sofort Fuß vom Gas und vorsichtig ausrollen lassen“, empfiehlt Schrader. Daneben sei bis weit in den März hinein auch noch mit Nachtfrösten zu rechnen. Zudem bestehe speziell in Waldstücken Frostgefahr, was zu Glatteis führen könne.

Gefährlich werden diese Situationen speziell für alle, die zu früh die Reifen gewechselt haben. An der alten Regel von O bis O – also Oktober bis Ostern – ist durchaus etwas dran. Auf Sommerreifen sollte man erst wechseln, wenn durchgängig mindestens sieben Grad gemessen werden.

Um Korrosion vorzubeugen, beseitigen Autofahrer nach dem Winter idealerweise alle Salzreste durch eine gründliche Wäsche inklusive Unterbodenreinigung. Hierbei aber nicht mit dem Hochdruckreiniger den Motorraum waschen. Der Druck der Sprühlanze könnte schnell elektronische Teile beschädigen. Sofern doch Salzablagerungen durch weiße Flecke bestehen, hilft eine professionelle Motorwäsche. Mit Blick auf die ersten Pollenflüge empfiehlt sich zudem, den Innenraumfilter im Frühjahr zu wechseln. Nicht zwingend notwendig hingegen ist der Austausch der Reinigungsflüssigkeit in der Scheibenwaschanlage. Das Winterkonzentrat kann auch in den Sommer hinein aufgebraucht werden.

Von anderen Winterutensilien wie Schneeketten sollten Autofahrer aber ihr Fahrzeug befreien. Wer in seinem Wagen dicke Fußteppiche ausgelegt hat, sollte die spätestens im März durch dünnere Sommermatten tauschen, denn die Restfeuchtigkeit in den Teppichen sorgt schnell für ständig beschlagene Scheiben. Speziell der Windschutzscheibe gilt nach dem Winter ein kritischer Blick. Streusplitt winterlicher Straßen kann für kleine Steinschläge sorgen.

Auch muss im Frühjahr vermehrt mit beschädigten und rutschigen Straßen gerechnet werden. „Fahrbahnschäden, Schlaglöcher und Splitt erhöhen das Unfallrisiko. Vor allem in Kurven besteht für Zweiradfahrer Sturzgefahr“, warnt Herbert Engelmohr vom deutschen Automobilclub. Aus Sicherheitsgründen würden daher einzelne Strecken für Motorradfahrer mitunter auch schon mal gesperrt.

Der Frühjahrsmüdigkeit, die sich meist durch eine gewisse Mattigkeit äußert, können Autofahrer durch regelmäßige Bewegungspausen an der frischen Luft am besten begegnen. Bei Motorradfahrern wird im Frühling aber oft sogar das Gegenteil von Müdigkeit beobachtet. Die Vorfreude nach der langen Winterpause ist sehr groß, hier kommen dann mehrere Dinge zusammen: Eine positive Grundstimmung infolge mehr Sonne im Frühling und auch eine vermehrte Ausschüttung von Serotonin – auch als Glückshormon bekannt. Manche Biker schießen da leider übers Ziel hinaus und werden unvorsichtig.

Bei den ersten Ausfahrten in der tückischen Jahreszeit wird dann gerne vergessen, dass die Straßen durchaus noch glatt und rutschig sein könnten. Zudem müssen sich Auto- und Motorradfahrer nach der Winterpause im Frühjahr im Straßenverkehr erst wieder aneinander gewöhnen. „Hier ist gegenseitige Rücksichtnahme auf beiden Seiten besonders wichtig“, sagt Engelmohr. Zweiräder würden wegen ihrer schmalen Silhouette leichter übersehen und ihre Geschwindigkeit oft unterschätzt. Autofahrer sollten deshalb vor allem an Kreuzungen oder bei Überholvorgängen besonders aufpassen. Eine weitere Gefahr sind Wildtiere, die vermehrt unterwegs sind, wenn die Temperaturen steigen. Viele Rehe, Hirsche, Wildschweine und auch Kleinsäuger wie Marder und Feldhasen verlassen jetzt ihre Winterquartiere, um auf Futter- und Partnersuche zu gehen. Autofahrer sind daher in der Dämmerung und nachts in Bereichen mit Wildwechsel besser besonders achtsam. Straßenschilder warnen in stark frequentierten Bereichen zusätzlich. Aber auch kleinere Tiere sind gefährdet: Amphibientiere wie Kröten oder Lurche machen sich besonders gerne in warmen und regenreichen Nächten auf den Weg. dpa


Klare Sicht im Auto

Gummis der Scheibenwischer mit speziellem Werkzeug nachschneiden


Eine gründliche Wagenwäsche gehört zum Start in den Autofrühling dazu. (FOTO: CHRISTIN KLOSE/DPA-TMN)

Ziehen Scheibenwischer Schlieren, sind nicht immer neue Wischer nötig. Sind die Gummis noch nicht zu hart oder zu spröde, können Autofahrer deren Kante mit einem speziellen Werkzeug nachschneiden. Die Geräte verschiedener Herstellern sind bereits unter 20 Euro erhältlich und sollen universal einsetzbar sein. Sie arbeiten ähnlich wie ein Cuttermesser, haben aber eine Führungsrille für den Gummi. Um diese zurechtzuschneiden, nimmt man die Wischer entweder hoch oder ganz ab. Die mit Spülmittellösung geputzten Wischer schneiden Autobesitzer idealerweise bei Zimmertemperatur nach.

Tipp: Besser immer Ersatzwischer parat halten, falls das Nachschneiden misslingt. Denn ein erneuter Versuch kann sehr negativ für die Wischleistung sein. dpa