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Sonderveröffentlichung

Kochen oder schälen?

Gastronomie
Je nach Urlaubsziel sollte man besser auf Eiswürfel verzichten. (FOTO: ANDREA WARNECKE/DPA-TMN)
Gastronomie 10.01.2019

Kochen oder schälen?

Sicher auf Reisen trinken und speisen

Tropische Früchte, exotische Gewürze, traditionelle Backwaren: Einer der schönsten Gründe fürs Reisen sind die fremden Leckereien. Gleichzeitig ist Durchfall eine der häufigsten Krankheiten bei Reisenden. So vermeidet man den kulinarischen Genuss mit Folgen.

Ein Land lernt man am besten durch seine Speisen kennen. Doch so manche Spezialität kann auch auf den Magen schlagen. 80 Prozent aller Reiseerkrankungen sind laut Weltgesundheitsorganisation auf verunreinigtes Trinkwasser zurückzuführen – es ist somit das größte Gesundheitsrisiko für Urlauber. Da damit Lebensmittel gewaschen und Speisen zubereitet, aber auch Teller und Gläser gereinigt werden, kommen Urlauber damit häufig in Berührung. Die Folge können Magen-Darm-Beschwerden, Fieberschübe oder sogar Typhus sein. Das lässt sich aber vermeiden.

Worauf muss ich bei Lebensmitteln besonders achten?

Achten sollte man an erster Stelle auf Geruch und Aussehen – also das, was zu Hause auch gilt. Das kann anzeigen, ob ein Lebensmittel noch frisch ist. Darüber hinaus ist die Zubereitungsart ein Schutz. Lebensmittel sollten gekocht oder geschält sein, auf rohe Lebensmittel und Eiswürfel verzichtet man besser. Aber man sollte auch auf Speisen, die bei milden Temperaturen gelagert werden, im Zweifelsfall verzichten. Das gilt also für warme Buffets, wo man die Speisen meist nicht heiß serviert bekommt. Gefährlich wird es nämlich, wenn die Speisen nur lauwarm sind.

Daneben ist man gut bedient, wenn man sich an die üblichen Hinweise hält, die man auch zu Hause beim Essen gehen intuitiv prüfen würde: Wirkt das Personal sauber? Desinfiziert es sie sich die Hände, trägt es saubere Kleidung und das Küchenpersonal eine Kopfbedeckung? Sind Teller und Gläser gut gespült?

Wie verhalte ich mich am besten, wenn ich etwas nicht essen möchte, aber auch nicht den Gastgeber beleidigen will?

„Am besten macht man es scherzhaft und sagt mit einem Lachen: Ich komme aus Europa, da haben wir alle einen empfindlichen Magen. Es ist nicht böse gemeint, ich vertrag das leider nicht“, rät Prof. August Stich, Chefarzt für Tropenmedizin.

Woher weiß ich, ob Wasser trinkbar ist oder nicht?

Das lässt sich nicht einfach so erkennen. Experten raten, sich bei Unsicherheit vor der Reise über das örtliche Trinkwasser zu informieren, etwa beim Reiseveranstalter und Hotelbetreiber, oder sich Informationen im Internet zu suchen.

Im Zweifelsfall ist es besser, lieber vorsorglich auf Leitungswasser zu verzichten. Und am besten ist es, sich sowieso an den Einheimischen zu orientieren: Wenn selbst sie verzichten und Wasser in Flaschen kaufen, sollte der Urlauber es erst recht tun.

Welche Desinfektionsmethode hilft bei Wasser am besten: abkochen, chemisch behandeln, filtern oder UV-Bestrahlung?

Das Aufbereiten des Wassers ist besonders in Regionen wichtig, in denen man sich selbst versorgen muss. Eine sichere Methode ist das Abkochen. Hierbei werden die allermeisten Keime abgetötet. Das Wasser muss sieben bis zehn Minuten sprudelnd kochen – auf Meereshöhe. In anderen Höhen hat das Wasser einen anderen Siedepunkt, was im Gebirge dann schwierig werden könnte.

Dort funktionieren das Filtern und die chemische Behandlung besser, am besten ist eine Kombination aus beidem. Also erst das Wasser durch den Kohlefilter laufen lassen und dann chemisch desinfizieren. Das verhindert Amöben im Wasser, die das Chlor nicht beeindruckt, genauso wie kleine Bakterien, die noch durch den Filter passen. UV-Bestrahlung braucht eine lange Einwirkzeit von mehreren Stunden. Die Stäbe gehen schnell kaputt, daher auf gute Qualität achten.

Kann ich dem Trinkwasser von Abfüllstationen trauen?

Geschlossene Wasserflaschen sind immer noch die beste Option, sauberes Wasser zu trinken. Da die Plastikverschmutzung ein großes Problem ist, gibt es in immer mehr Ländern Stationen, an denen Mehrwegflaschen aufgefüllt werden können. Diese werden meist regelmäßig kontrolliert, doch die Menschen vor Ort haben auch nur begrenzte Möglichkeiten das Wasser zu desinfizieren.

Welche Hygienehinweise gelten für mich selbst?

Händewaschen oder die Nutzung von Hand-Desinfektionsgel reduziert messbar das Risiko von Ansteckungen. Denn Magen-Darm-Erkrankungen können auch über Tröpfcheninfektion übertragen werden. Auf die eigene Körperhygiene muss auf Reisen verstärkt geachtet werden. Bakterien wachsen bei hohen Temperaturen. Vor allem in den Tropen sind die Umweltbedingungen für sie ausgezeichnet. dpa