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Insektenparadies Garten

Bauen & Wunnen
Insektenhotels eignen sich für viele Krabbler hervorragend zur Überwinterung. Foto: Shutterstock

Die eigene Grünanlage zum Leben erwecken

Bauen & Wunnen 10.09.2021
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Der Rasen hinterm Haus golfplatzähnlich zurückgestutzt, der Vorgarten eine grau-weiße Steinlandschaft und vor Nachbars Blicken schützt ein hochmoderner grauer Metallzaun.

Woran die meisten beim neuzeitlichen Minimalismus in unseren Vorgärten nicht denken: er fordert seine Opfer. Denn unter dem Mangel an Sträuchern, Hecken, Blüten und Unterschlüpfen leiden die kleinsten, aber wichtigsten Akteure unseres Ökosystems: die Insekten.

Wo es summt ...

Nicht nur die beliebten Honigbienen, auch Ameisen, Käfer, Motten und Co. sind als Bestäuber unserer einheimischen Pflanzen sowie für die Grünland-Bewirtschaftung von höchster Bedeutung. Sie helfen bei der Schädlingsbekämpfung, dienen zahllosen anderen Arten als wichtigste Futterquelle und sind somit für den Erhalt der Artenvielfalt und eines gesunden Ökosystems unabdingbar. Ein drastischer Rückgang der Insekten würde ein massives Artensterben bedeuten, was ebenso katastrophale Folgen für den Menschen hätte.

Gut, dass man dem entgegenwirken kann.

PLAMECO Lëtzebuerg - Alexander Schirrah Peinture s.à r.l.

Naturnahes Gärtnern

Mit einer einfachen Rasenfläche ist es selbstverständlich nicht getan. Sie bietet den Insekten weder Nahrung noch Lebensraum. Wer es einrichten kann, sollte den Krabblern eine gewisse Fläche, eine sogenannte „Blumeninsel“ zur Verfügung stellen. Von der Blütenpracht profitieren nicht nur die Nützlinge, denn sie sorgt außerdem für bunte Farbtupfer, angenehmen Duft und Leben in Ihrem Garten und erspart Ihnen darüber hinaus lästige Mäharbeiten.

Für die Blumenwiese eignen sich etwa Lavendel, Verbene, Margeriten oder Sonnenhut. Wer etwas mehr Platz zur Verfügung hat, sollte auf Flieder nicht verzichten. Besonders Schmetterlinge lieben die duftenden lila Sträucher. Das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet man, indem man diverse Kräuter unter die Blumen mischt. Thymian, Oregano und Kapuzinerkresse etwa kommen bei den Sommerfaltern mindestens genauso gut an.

Auch schon eine einfache „wilde Ecke“ aus Laub und totem, morschem Holz kann eine Vielzahl an Insekten beherbergen – welche wiederum größere Bewohner, wie etwa den Igel, anziehen.

Weniger Exotik

Sie sind zwar hübsch und äußerst exotisch, aber für unsere heimische Tierwelt sind sie leider nur von geringem ökologischem Nutzen: die Rede ist von fremdländischen Pflanzenarten, die als Insektennahrung in unseren Gegenden größtenteils ungeeignet sind. So haben etwa Hortensie, Rhododendron, Forsythie, Geranien oder auch gezüchtete Sonnenblumen für Bienen und Co. keinen Mehrwert. Für viele Tierarten sind besonders einheimische Pflanzen eine wichtige Lebensgrundlage.

Ein geschütztes Zuhause

Wer den kleinen Gartenbewohnern einen alternativen Zufluchts- und Überwinterungsort bieten und selbst kreativ werden möchte, der kann sich an dem Bau eines Insektenhotels versuchen. Hierfür kann man ausgehöhlte Röhrchen, gut abgelagertes Hartholz (angebohrte Rundhölzer) und andere Naturmaterialien verwenden. Allerdings sollte man beim Anbohren des Holzes darauf achten, dass die Löcher senkrecht statt parallel zur Faserrichtung (also zur Baumrinde) verlaufen, andernfalls können sich im Holz Risse bilden. Eindringende Feuchtigkeit könnte dann Pilze entstehen lassen, die die Brut der Tiere angreifen. Die Löcher sollten einen Durchmesser von zwei bis neun Millimeter haben und etwa dreimal so viel Abstand voneinander haben. Damit sich ihre Bewohner nicht verletzen, sollten sie möglichst glatt und splitterfrei sein. Die hohlen Röhrchen aus Schilf, Bambus oder Beerensträuchern sollten etwa 10 bis 15 cm lang sein und am hinteren Ende verschlossen werden. Um das Häuschen vor räuberischen Vögeln zu schützen, empfiehlt es sich, ein Drahtgitter anzubringen, das etwa 5 cm Abstand zu der Behausung hat. Wichtig: Das Insektenhotel sollte sich an einem sonnigen Platz, vor Wind und Regen geschützt sowie unbedingt in der Nähe von entsprechendem Nahrungsangebot befinden. So summt und brummt es garantiert auch bald wieder in Ihrem Garten. Nathalie Burg