Eigentlich ist Momo eine Skulptur, die zeitweilig in einer Kunstgalerie in Tokio ausgestellt wurde. Foto: dpa
Eine vogelartige Kopfform, die Mundwinkel bis zu den Ohren gezogen, die Augen kugelrund, der Blick leer – alleine schon der Anblick der sogenannten Momo-Figur ist beängstigend. Diese sorgte im vergangenen Jahr in den sozialen Medien für viel Gesprächsstoff. Wie sich später herausstellte, war die „Momo Challenge“, die Kinder angeblich dazu aufforderte, sich wehzutun oder gefährliche Dinge zu machen, nur ein Hoax (auf Deutsch: Streich). Eigentlich gab es diese Challenge als Kettenbrief nie wirklich, sie wurde hauptsächlich durch Warnnachrichten in den öffentlichen Medien verbreitet.
Laut der Initiative Bee Secure zeigte sich aber vor allem an Grundschulen, dass die Vogelpuppe ein Thema war. In solchen oder ähnlichen Fällen müssten Eltern und Lehrer deshalb in erster Linie die Kinder zunächst darüber aufklären, dass es sich dabei um eine fiktive Figur handelt und somit keine reelle Gefahr besteht. „Je jünger die Kinder sind, desto weniger können sie einschätzen, ob die Drohungen echt sind“, heißt es weiter von der Initiative.
Derzeit sei nichts Vergleichbares im Umlauf, so Sprecherin Carmen Michels: „Wie aus den Daten unserer Helpline sowie dem Austausch mit unseren europäischen Partnern zu entnehmen ist, ist ein solches Medienphänomen derzeit auszuschließen.“ rc
Hier wird Hilfe angeboten
BEE-Secure-Helpline: 80 02 12 34
Kanner Jugend Telefon: 11 61 11
Elteren Telefon: 26 64 05 55
www.bee-secure.lu
Spätestens um 8.15 Uhr klingelt's
Luxemburg hält an frühem Schulbeginn fest
Lange ausschlafen ist nicht: In Luxemburg fängt der Unterricht in den öffentlichen Grund- und Sekundarschulen morgens gegen 8 Uhr an. Zu früh oder genau richtig? Im Nachbarland Deutschland kommen jedenfalls immer wieder Diskussionen auf, ob man den Schulbeginn nicht um eine Stunde nach hinten verschieben sollte. Dies nachdem Schlafforscher gemahnt hatten, dass das frühe Aufstehen insbesondere Jugendlichen zu schaffen mache. In Frankreich fängt der Unterricht derweil in der Regel erst um 8.30 Uhr an.
Hierzulande werden die Unterrichtszeiten von den Gemeinden in der Schulorganisation festgelegt und anschließend vom Bildungsministerium validiert. In einer „Circulaire“ ist allgemein festgehalten, dass die Kurse morgens um 8 Uhr beginnen sollen, der Nachmittagsunterricht um 14 Uhr. „Im Fall von Anpassungen empfiehlt das Ministerium, das Zeitfenster zwischen 7.45 und 8.15 Uhr einzuhalten“, erklärt Myriam Bamberg, Sprecherin im Bildungsministerium, auf Nachfrage hin.
Bildungseinrichtungen, die aus der Reihe fallen, gebe es folglich nicht: „Sowohl im Cycle C1 als auch in den Cycles 2, 3 und 4 fängt der Unterricht in den meisten Schulen um 8 Uhr oder um 7.50 Uhr an. Ein paar vereinzelte Schulen beginnen zwischen 7.30 und 7.45 Uhr. Nach 8.15 Uhr fängt jedoch niemand an“, so Bamberg.
In den Lyzeen verhält es sich ähnlich, auch dort sind die Uhrzeiten Teil der Schulorganisation, die dem Ministerium vorgelegt werden muss. „Bei der großen Mehrheit der Lyzeen beginnt der Unterricht zwischen 7.50 und 8.10 Uhr.“
Petition für späteren Schulbeginn erreicht Quorum nicht
Und daran wird sich bis auf Weiteres auch nichts ändern. Zwar hatte im März eine Bürgerin eine Petition eingereicht mit der Forderung, dass der Unterrichtsbeginn in den Luxemburger Grundschulen von oftmals 7.50 Uhr auf 8.30 oder 8.40 Uhr verschoben wird.
Ohne Erfolg: Das Mindestquorum von 4 500 Unterschriften wurde bei Weitem nicht erreicht, lediglich 204 Bürger unterstützten das Anliegen mit ihrer Unterschrift. Zu einer Diskussion im Parlament über das Thema kam es folglich nicht.
Eine Anpassung ist nach Aussage von Ministeriumssprecherin Myriam Bamberg denn auch nicht geplant: „Im Ministerium gibt es derzeit keine Überlegungen, die aktuelle Anfangszeit zu ändern. Die Gemeinden kennen die lokalen Gegebenheiten am besten, um die Uhrzeiten im Rahmen der Schulorganisation zu definieren. Dies zum Beispiel auch hinsichtlich des Schultransports“, erklärt die Ministeriumssprecherin weiter.
Samstagsunterricht ist möglich, findet aber kaum mehr statt
Den Gemeinden steht es ebenfalls frei zu entscheiden, ob die Kinder auch samstags zum Unterricht erscheinen müssen oder nicht. Vorgeschrieben ist nämlich lediglich, wie viele Unterrichtsstunden pro Woche abgehalten werden müssen und wie lange diese dauern können, und zwar mindestens 50 und maximal 55 Minuten.
Ob die Pflichtstunden nun aber auf nur fünf oder auf sechs Tage in der Woche verteilt werden, ist den Gemeinden überlassen, es fällt unter die kommunale Autonomie.
Tatsächlich ist der Samstagsunterricht aber inzwischen äußerst rar geworden in Luxemburg: Lediglich die Schüler – und Lehrer – aus vier Gemeinden müssen samstags noch die Schulbank drücken: jene aus Reckingen/Mess, Goesdorf sowie Park Hosingen und Pütscheid. Im Gegenzug können die Schüler dort aber während der Woche von freien Nachmittagen profitieren. DL