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Die Gleise überqueren – unterschätzte Gefahr

Commerce
Die CFL hat ein Programm zum Abbau der Bahnübergänge eingerichtet, das die Beseitigung von zwei Übergängen jährlich vorsieht.

Der Bremsweg eines Zuges kann bis zu 1 200 Meter betragen – dies entspricht der Standardlänge von 13 Fußballfeldern

Commerce 14.10.2019
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Die Gleise überqueren – unterschätzte Gefahr


Der Zug bleibt eines der sichersten Verkehrsmittel. Dennoch ist die Zahl der Zugreisenden, die offensichtliche Regeln der Sicherheit missachten, zu hoch. Häufig wird die Gefahr rund um den geteilten Fußgänger-, Straßen- und Bahnverkehrsraum verharmlost und schließlich darüber hinweggesehen.
   

Das Umfahren von geschlossenen Bahnübergangsschranken, das Überqueren der Gleise oder auch das Entlanggehen am Bahnsteigrand sind unverantwortliche Risikoverhalten, die Leben kosten und andere Personen zum Nachmachen animieren können.
   

Hauptsächlich ereignen sich diese Vorfälle während der Stoßzeiten. Anstatt einige Meter weiter bis zu den Fußgängerunterführungen zu laufen, überqueren manche die Gleise, um einige Minuten zu gewinnen. Eine Katastrophe für diese Fußgänger, die sich zu Unrecht in Sicherheit wähnen. In der Überzeugung, dass man einen Zug sieht und hört und dass er rechtzeitig bremsen und anhalten kann, sind sich diese Menschen des Ernstes der Lage nicht bewusst.
   

Die modernen Züge sind wesentlich leiser als ihre Vorgänger. Zudem ist es schwierig, die Geschwindigkeit eines Zuges sowie seinen Bremsweg zu beurteilen. Die Geschwindigkeit eines Zuges kann bis zu 140 km/h betragen und sein Bremsweg bis zu 1,2 Kilometer!
   

Angesichts dieser Geschwindigkeit und dieses Bremswegs lässt sich der Unfall nicht vermeiden.
   

Am Bahnhof sind die Sicherheitsregeln mehrfach ausgeschildert. Zwischen den Bahnhöfen verhält es sich anders. Die Züge sind schneller unterwegs und werden nicht über Durchsagen angekündigt.
   

Viele Verspätungen
   

Hinzu kommt das Problem der Verspätungen, die diese Gleisgänger verursachen. Jedes Mal, wenn ein Lokführer eine Person entdeckt, die sich in Gleisnähe aufhält, löst er, aus Sicherheitsgründen, die Bremsung und den Notalarm aus. Somit wirkt sich dieser Notalarm auf einen Teil der Züge auf der Strecke aus, die ihrerseits wiederum bremsen müssen. Das Resultat: eine Reihe von Verspätungen auf einem Teil des Schienennetzes. Insgesamt entdeckt die CFL bis zu zweimal pro Woche Personen in Schienennähe, was beträchtlich viele Stunden Verspätung nach sich zieht.

Lebensgefährliche Spiele
   


Die drei Spots der Sensibilisierungskampagne.

Weiteres Phänomen dieser riskanten Verhaltensweisen: Häufig neigen Jugendliche, die am Bahnsteig auf ihren Zug warten, dazu, aus Spaß den Rucksack eines Mitschülers auf die Gleise zu werfen. In seiner Verzweiflung begibt sich dieser auf die Gleise, um seinen Rucksack aufzuheben und liefert sich somit einer tödlichen Gefahr aus! Ein Zug auf der Durchfahrt, der also nicht an einer Haltestelle oder einem Bahnhof stehen bleibt, kann bis zu 140 km/h schnell werden. Man darf also unter absolut keinen Umständen das Risiko eingehen, auf die Gleise herunterzusteigen. Sollte doch einmal ein persönlicher Gegenstand auf die Gleise gefallen sein, muss unter allen Umständen das CFL-Personal informiert werden, das an den Bahnsteigen sowie in den Bahnhöfen und an Bord der Züge anwesend ist.

Risiken an Bahnübergängen
   

Die Bahnübergänge bergen besonders gefährliche Risiken für Autofahrer und Fußgänger, die gegen die Auflagen der Straßenverkehrsordnung verstoßen. Seit über zehn Jahren nimmt die CFL aktiv am internationalen Tag der Sicherheit an Bahnübergängen (ILCAD – International Level Crossing Awareness Day) teil, mit dem Ziel, die Öffentlichkeit für das richtige Sicherheitsverhalten an Bahnübergängen zu sensibilisieren.
  

Laut des Berichts von 2017 über die Eisenbahnunfälle in Europa, herausgegeben vom Internationalen Eisenbahnverband (UIC), der 89 Prozent des Schienennetzes des Europäischen Wirtschaftsraums abdeckt, gab es 439 Zwischenfälle an Bahnübergängen, bei denen 282 Personen ums Leben gekommen sind. 24,6 Prozent aller Eisenbahnunfälle finden an Bahnübergängen statt. Tatsächlich sind in 99 Prozent aller Fälle die Unfälle an den Bahnübergängen der Missachtung der Regeln der Straßenverkehrsordnung zuzuschreiben.
   

Die Gründe für regelwidriges Verhalten sind zahlreich, wie zum Beispiel Zeitmangel, Ablenkung oder Müdigkeit. Andere Gründe sind Alkohol- oder Drogenkonsum.
   



Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass, sobald die roten Ampeln das Schließen der Bahnschranken vor der Durchfahrt eines Zuges signalisieren, sich weder Fahrzeuge noch Fußgänger auf den Bahnübergang begeben dürfen. Im Fall, dass die Schranken offen stehen und insbesondere bei Stau muss vor den Schranken gewartet werden, bis die Schienen komplett überfahren werden können.
  

Ein Fußgänger, der einen Bahnübergang überquert, riskiert ein Bußgeld in Höhe von bis zu 3 000 Euro. Ein Fahrer, der die roten Ampeln missachtet, die eine Schließung des Bahnübergangs ankündigen, verliert zwei Führerscheinpunkte und muss ein Bußgeld von bis zu 145 Euro zahlen.
  

Der Plan zum Abbau der Bahnübergänge
  

Der sicherste Bahnübergang ist der, den es nicht mehr gibt. Deshalb hat die CFL ein Programm zum Abbau der Bahnübergänge eingerichtet, das die Beseitigung von zwei Übergängen jährlich vorsieht. Im internationalen Vergleich zeugt dieses Vorgehen von einer relativ hohen Frequenz. Wie geht dieser Abbau vonstatten? Er erfolgt entweder durch den Bau einer Unterführung oder Brücke, oder auch durch die Umleitung des Straßenverkehrs, was hohe Kosten verursacht und Absprachen unter zahlreichen Akteuren nach sich zieht, wie etwa den Straßenbetreibern, der jeweiligen Gemeinde, den betreffenden Anwohnern und Gemeinschaften sowie den Verkehrsteilnehmern. Dieser Prozess kann bis zu zehn Jahre dauern.
   

Vor allem die Bemühungen zur Beratung oder zur Analyse von Varianten mit allen Beteiligten beanspruchen viel Zeit. Letzten Endes stellt der Anteil der Bauarbeiten, die für die CFL anfallen, einen Bruchteil der Gesamtdauer dar.
   

Programm „10 steps to rail cool“
  

Die Abteilung „Sécurité, Sûreté et Environnement“ der CFL bietet regelmäßig an den Schulen und Gymnasien interaktive Sensibilisierungskurse an. Auf dem Programm stehen der Respekt und das Sicherheitsverhalten in Gleisnähe. Diese Kurse können per Mail an die Adresse securite@cfl.lu beantragt werden.