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Advertorial

Demokratisierung des Lernens

Spezial
Computerkenntnisse sind in einer sich immer weiter digitalisierenden Welt unerlässlich und lassen sich durch Weiterbildungen leicht erlernen.

16 Jahre lifelong-learning.lu: Interview mit INFPC-Direktor Dominique Matera

Spezial 19.09.2019
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Von Stefanie Hildebrand
   

Das Lernen endet nicht mit dem Abschluss von Schule oder Studium. Unsere schnelllebige Welt macht es unerlässlich, dass wir uns ständig weiterbilden. Hierzu haben wir ein Interview mit Dominique Matera, Direktor des Institut national pour le développement de la formation professionnelle continue (INFPC ) geführt.
  

■ Herr Matera, seit wann gibt es die Informationsplattform lifelong-learning.lu ?
   

Zuerst wurde das Institut (Institut national pour le développement de la formation professionnelle continue) gegründet, um Menschen und Unternehmen zu unterstützen, die auf der Suche nach Informationen zur Weiterbildung waren. Laut Gesetzt gab es bereits finanzielle Beihilfen für Unternehmen, aber es gab auch Unterstützung für Einzelpersonen. Damals gab es keine Kommunikationsstrategie, die das Weiterbildungsangebot sichtbar gemacht hätte. 2003 wurde dann die Plattform „lifelong-learning.lu“ ins Leben gerufen.
   

Damals sagte man den Unternehmen, erstens macht Weiterbildungen, wir unterstützen euch und zweitens wir geben euch die nötigen Informationen, wo ihr das findet, was ihr braucht. Also brauchte man auch ein Kommunikationsmittel, um die Unternehmen und auch die Arbeitnehmer über das Weiterbildungsangebot zu informieren.
   

■ Wer nutzt die Plattform Lifelong-learning.lu hauptsächlich: die Unternehmen oder die Arbeitnehmenden?
   


Die Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sie dient dazu neue Kompetenzen für bessere Jobpositionen zu entwickeln.

Beide. Jetzt haben wir ein Stadium erreicht, an dem sich in der Mehrzahl einzelne Personen über das Weiterbildungsangebot informieren.
   

■ Warum geht ein Unternehmen auf die Plattform?
   

Um sich über die Modalitäten des Kofinanzierungsmodells des Staates und über das Weiterbildungsangebot zu informieren.
   

Auf der Website finden sie alle relevanten Informationen betreffend Beihilferegelungen im Bereich der Weiterbildung als auch Studien und Analyse und neueste Nachrichte über dem lebenslangen Lernen.
   

Wir kommunizieren in der Presse und auf den sozialen Medien um Aufmerksamkeit zu bekommen und die Bekanntheit der Webseite weiter zu erhöhen.
   

■ Heißt das, die Arbeitnehmenden sind jetzt aktiver auf der Website als die Unternehmen?
   

Ja, es hat eine Entwicklung hin zur Demokratisierung der Weiterbildung stattgefunden. Letztendlich ist es politisch gewollt, dass der Einzelnen seine Weiterbildung und damit seinen eigenen Werdegang gestaltet, auch von europäischer Seite. Der Mensch steht im Mittelpunkt seines Handelns und sucht sich seinen Weg zu einer besseren Zukunft. Wenn er eine konsequente berufliche oder außerberufliche Erfahrung hat, kann er durch das Verfahren der Validierung des nichtformalen und informellen Lernens ein Diplom, ganz oder teilweise, erwerben. Informationen dazu, sowie über die Anerkennung von im Ausland erworbenen Diplomen/Zeugnissen, findet er auf dem Lifelong-learning.lu Portal.
   

Aber die Weiterbildung ist kein Selbstzweck, sie dient dazu neue Kompetenzen für bessere Jobpositionen zu entwickeln, je nach Politik des Unternehmens. Das lifelong-learning.lu Portal ist ein Hilfsmittel um Informationen zu relevanten Weiterbildungen zu bekommen, die dann zum gewünschten Abschluss führen. Für die berufliche Orientierung ist die Maison de l’Orientation zuständig. Wir arbeiten mit ihr zusammen um in Zukunft immer besser im Sinne unserer Kunden zu agieren.
   

■ Wie haben sich die Klickzahlen auf dem Portal in den letzten Jahren entwickelt?
   

Laut unseren Statistiken haben sich die Zahlen der Besucher der Plattform in den letzten vier Jahren verdreifacht. Bis Ende August 2019 hatten wir im Durchschnitt circa 38 000 Besucher, pro Monat (oder 53 000 Besuche) auf unserer Seite. Die Entwicklung in Europa und die Globalisierung haben dazu geführt, dass die Weiterbildung einen festen Platz gefunden hat.
   

■ Was sagen die Teilnehmer und die Unternehmen über die Weiterbildung?
   

Das ist eine gute Frage. Bisher haben wir quantitative Analysen des Weiterbildungsmarkts gemacht. Wir arbeiten an einer qualitativen Umfrage der Arbeitnehmer sowie der Unternehmen. Diese Studien zu einzelnen Werdegängen werden dann über mehrere Jahre angelegt sein, damit wir eine Evolution darstellen können.


Auch Personen, die bereits lange in ihrem Beruf arbeiten, können durch Weiterbildungen eine neue Berufslaufbahn einschlagen.

■ Wie sieht es mit dem Weiterbildungsinvestitionen generell aus? Steigt es oder geht es zurück?
   

Das Niveau der Investition der Unternehmen in die Weiterbildung ist mehr oder weniger seit einigen Jahren konstant. Was sich geändert hat, ist, dass die Unternehmen mehr unterschiedliche Weiterbildungen machen, diese sind dann kürzer.
   

■ Wie steht es mit der Umsetzung theoretischer Inhalte aus den Weiterbildungen in den Arbeitsalltag? Wie ist das Verhältnis von externem zu internem Training?
   

Es werden circa 75 Prozent der Weiterbildung im Unternehmen geleistet und nur circa 25 Prozent werden extern eingekauft. Diese externen Trainings sind dann kürzer und zielgerichteter.
   

Es ist nicht immer einfach eine Investition in die Weiterbildung ins Verhältnis zum Gewinn für das Unternehmen zu setzen. Daher passen die Unternehmen ihre Strategien an, zum Beispiel mit der Entwicklung von e-learning. Der Bereich e-learning wird besser, muss aber noch weiter entwickelt werden. Dafür wird Zeit am Arbeitsplatz für Weiterbildung eingeplant.
   

■ Was können wir in Zukunft vom lifelong-learning-Portal erwarten?
   

Wir arbeiten auf lifelong-learning.lu um den Link zwischen Weiterbildung und Beruf zu stärken. Wir möchten eine Studie durchführen, zusammen mit den zuständigen Organisationen, die die Berufsfelder der Zukunft untersucht, um dann die Kompetenzen zu ermitteln, die man dafür braucht.