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Cremig, saftig, aromatisch

So gelingt ein Risotto zum Verlieben

So wird das Risotto mit geräuchertem Käse, Taube und Bitterschokolade im „Salto“ in Warschau serviert. Foto: Riso Gallo Archiv/Callwey Verlag/dpa-tmn

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Ob mit Pilzen, Fisch oder Fleisch: Bei einem Risotto kommt es weniger auf die Zutaten an. Erst die richtige Brühe macht es genial – und der richtige Reis. Und manchmal gelingt es sogar ganz ohne Reis.
       

Seine Zubereitung wird oft als Kunststück bezeichnet. Doch Risotto ist kein Hexenwerk. Egal, ob man Risotto vegetarisch, mit Fisch oder Fleisch, einfach oder edel, im Sommer oder Winter kocht, es kommt vor allem auf eines an: Geduld.
         

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein Risotto gibt zum Beispiel Franco Luise. Er stammt – wie das Risotto – aus Norditalien und hat im Hädecke-Verlag das Kochbuch „Risotto originale“ veröffentlicht.

Neben zehn goldenen Regeln stellt Luise darin vier Grundrezepte für die Brühe vor, die für einen guten Geschmack ausschlaggebend sei. Ob sie aus Gemüse, Fisch oder Fleisch ist, spiele dabei weniger eine Rolle. Kräftig und würzig muss sie aber sein – und heiß.
       

Für zwei Liter Rinderbrühe setzt Luise zum Beispiel einen Topf mit vier Litern Wasser an. Hinein kommen 600 Gramm mageres Rindfleisch von Schulter oder Brust, je eine gewürfelte Karotte, Zwiebel und Tomate, eine Stange Staudensellerie, zwei Lorbeerblätter, ein Bund Petersilie, grobes Salz und fünf zerstoßene Pfefferkörner. Dann gilt es, den ersten Schaum abzuschöpfen und weiter zu köcheln bis das Fleisch gar ist. Die fertige Brühe wird durch ein Sieb gegossen.

Auch auf die Reissorte kommt es an

Auch die Reissorte sei entscheidend: Wie viele Köche empfiehlt der Italiener die Sorten Carnaroli, Vialone-Nano oder Arborio.
       

In fünf Schritten zeigt der Koch, wie ein Risotto zubereitet wird: Zwiebeln in einem Topf in etwas Olivenöl und Butter anschwitzen. Den Reis hinzugeben und anbraten, bis die Körner glasig sind. Bevor die Brühe hinzukommt, den Reis mit einem trockenen Weißwein ablöschen. Die Brühe gibt Franco Luise immer wieder kellenweise hinzu und lässt sie bei kleiner Hitze köcheln. Erst wenige Minuten vor dem Ende der Kochzeit gibt er die Hauptzutaten in den Topf.
        

Um die richtige Konsistenz zu erhalten, muss das Ganze am Ende noch verfeinert werden: Kalte, in Würfel geschnittene Butter und geriebenen Parmesan benötige man dafür.
          

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Der Klassiker schlechthin ist Risotto alla Bolognese mit gehobeltem Parmesan. Foto: Riccardo Lettieri/Hädecke Verlag/dpa-tmn

Alternative zum Reis: Graupenrisotto       

Risotto muss allerdings gar nicht immer mit Reis zubereitet werden. Für die WDR-Sendung „einfach & köstlich“ hat Björn Freitag ein Rezept mit regionalen Zutaten im Gepäck: Graupenrisotto.
       

„Mit den Graupen ist das wirklich mal eine tolle Alternative zum Reis und es lässt sich genau so verarbeiten“, erklärt der Fernsehkoch. Sein Graupenrisotto garniert er mit geröstetem westfälischem Knochenschinken und mit karamellisierten Kirschtomaten. „Es riecht wie im Italien-Urlaub“, sagt er.
        

Auch der Sternekoch betont, wie wichtig es ist, eine gute Brühe zu verwenden, die schon von sich aus gut schmeckt. „Und was ich auch immer empfehle, ist ein kleiner Schuss Essig oder Zitronensaft. Das macht das Risotto leichter bekömmlich und auch geschmackvoller.“
        

Der Gastronom hat noch eine Idee: „Man sollte ruhig mal einen anderen Käse ausprobieren, es muss nicht immer der klassische Parmesan sein. Zu Pilz-Risotto zum Beispiel passt auch ein guter Bergkäse aus dem Allgäu oder ein richtig alter Gouda.“

Mit Vorsicht rühren, sonst wird Risotto matschig

Freitags Tipp für ein ultimatives Risotto: „Je weicher nachher das Korn ist, desto vorsichtiger muss man rühren, sonst wird es matschig.“ Entscheidend seien vor allem die Kochzeit und die Menge an Flüssigkeit. Der Koch empfiehlt daher, tatsächlich am Herd zu bleiben, wenn man zum ersten Mal ein Risotto kocht – und eben auch, die heiße Flüssigkeit nur kellenweise zuzugeben.
       

Etwas anders bereitet Giovanni Brizzi das Risotto zu. Er brät den Arborio-Risotto in Olivenöl an, löscht ihn mit einem Schuss Pinot Grigio ab und gibt dann eine selbst gemachte Brühe aus gebrannten Kalbsknochen hinzu – und zwar komplett, nicht kellenweise. Dann lässt er die Brühe verkochen, bis der Reis bissfest ist.

Nach dem Kochen den Reis noch mal anbraten

Nach dem Kochen brät Giovanni Brizzi den Reis in einer Pfanne noch mal leicht an und würzt ihn mit Olivenöl, Safran, selbst gemachter Tomatensoße und Parmesan – „aber aus Parma, keinen anderen!“, betont der Italiener. Dann kommen die gewünschten Zutaten hinzu, zum Beispiel gebratener Zander oder Steinpilze. Für ambitionierte Hobbyköche und echte Risotto-Fans, die es ein bisschen exquisiter mögen, hat der Callwey Verlag eine Liebeserklärung an das Reisgericht herausgebracht: „Risotto ti amo!“ stellt 101 Risotto-Rezepte von Spitzenköchen aus aller Welt vor.
      

Da gibt es so ausgefallene Ideen wie Risotto mit Kaffee, Wachteln und Rote-Bete-Tropfen aus dem Restaurant „San Domenico“ im italienischen Imola, Risotto mit Spargelpüree, Frühlingspilzen und Wachtelei aus dem „Atto Primo“ in Shanghai – oder ein Risotto mit geräuchertem Käse, Taube und Bitterschokolade aus dem „Salto“ in Warschau. dpa